• 24.08.2010

Neuer Tag, neues Glück.

Immerhin weckt mich nicht der Regen, dafür mal wieder der Schnarcher.

Der hat gestern Verstärkung bekommen, jetzt ist unser 6er Schlafraum vollbesetzt mit zwei „Synchronschwimmern“, im Duett geht es sämtliche Oktaven rauf und runter, eine Schnarchrapsodie und kleine Erinnerung an meinen Urlaub in Japan und der Übernachtung in einem kleinen Tempel mit einer Reisegruppe, getrennt durch Papierwände und zwei Schnarchpäpste neben mir.

Ich stehe früh auf, erwärme den Körper mit Mengen an Kaffee und fange an die Dicke etwas gründicher auseinander zu nehmen. Nach Auspuff und Tank nehme ich jetzt den oberen Teil des Zylinderkopfes ab. Dazu müssen erst mal die 8 Schrauben der beiden Ventildeckel raus, danach noch die Böcke der Ventilkipphebel runter.

Jetzt komme ich an die 6 wichtigsten Schrauben ran, mit denen der zweiteilige Zylinderkopf befestigt ist. Puh, der sitzt aber richtig fest, es dauert wirklich lange und einige Überredungskünste mit dem Hämmerchen und einigen Keilen, um den oberen Teil loszubekommen.

Uiii, da sind mal nicht lecker aus.

Fette Ablagerungen auf dem Zylinder sind zu sehen, richtig hart verkrustet. Auch die Ventile sind mit einer dicken Schicht überzogen, dass die überhaupt noch ihren Dienst verrichtet haben ist schon ein kleines Wunder.

Den zweiten Teil des Zylinderkopfes bekomme ich nicht gleich herunter, erst Mal mit WD40 nachgeholfen. Hmm, der Zylinder ist jetzt frei, lässt sich aber per Kickhebel immer noch nicht wirklich drehen, wat denn jetzt…

Ich reinige erst Mal den Zylinderkopf mit den Ventilein- und auslässen und helfe mit etwas Sandpapier nach, mit dem ich normalerweise immer die Zündkerzen gereinigt habe. Immerhin sieht das schon mal besser aus, ist aber nicht wirklich der Grund für die Probleme der Dicken.

Den Hauptfehler für den massiven Ölverlust inklusive Öldusche hatte ich schon mit der gebrochenen Ölleitung ausgemacht, die verantwortlich für die Schmierung der Ventilböcke ist. Dafür habe ich sogar Ersatz dabei, den hatte ich in der Vorbereitungsphase zusammen mit anderen Ersatzteilen per Ebay aus Indien bestellt.

Aber leider ist das jetzt auch nicht der Grund, weshalb sich der Zylinder nicht drehen lässt. Dann muss ich jetzt doch noch mal einen Blick auf die Lichtmaschine und die Kupplung nehmen. Oder doch nicht, es fängt wieder an zu regnen. Schnell die wichtigsten Teile mit WD40 eingeölt und schnell die von Hannes freundlicherweise bereitgestellte Abdeckplane über die Innereien der Dicken gelegt, das Werkzeug verstaut.

Heute wird es leider nicht mehr trocken…

Also muss ich mich damit anfreunden, dass ich die Dicke wohl nicht mehr aus eigener Kraft fit bekommen werde. Heute ist Montag, aber in ganz Südafrika gibt es keinen offiziellen Händler für Royal Enfield, bzw. Enfield India. Es gibt zwar Motorräder die gebraucht gehandelt werden, aber keine offiziell über das Internet auffindbare Werkstatt, und auch nicht in der Nähe von Cape Town. Shiet!

Ich brauche also einen Pickup, oder wie es hier in Südafrika heißt „einen offenen Bakkie“ mit dem ich die Dicke und mich zum Cape Hope bekomme. Am 13.08 soll sie in den Container, bedeutet sie muss am 12.08 spätestens bei CD Shipping sein, bleiben also zwei Tage das zu organisieren, schließlich will ich auch gern gutes Wetter vor Ort haben.

Hmm, morgen ist auch noch ein Tag.

Etwas Ablenkung bringen meine Mitbewohner hier in der DECO Lodge. Sebastian und sein Kumpel sind Studenten aus Frankreich, die während der Weltmeisterschaft hier im Backpacker gejobbt haben. Bei freier Kost & Logie haben sie hier den Betrieb mit am Laufen gehalten und sind jetzt schon 2 Monate hier, ja, so kann man das auch machen.

Larry ist Kulissenbauer in der Filmindustrie und wartet auf einen neuen Film, jetzt im Winter ist das Geschäft etwas ruhiger. Er hat an „Free Willy 1+2“ mitgewirkt und ist geschieden, seine Frau lebt mit dem Sohn im gemeinsamen Haus und Larry dafür im Backpacker mit Kontakt zu internationalen Gästen…so wird das auch nie langweilig.

Ja, und dann ist das noch die Überraschung. Katja

Katja kommt ursprünglich aus Brunsbüttel, 1,80 meter groß, blond, norddeutsch direkt und mit einer richtigen Reibeisenstimme (Zigarettenbedingt) ausgestattet und fährt ne Kawasaki Enduro mit Kickhebel, is klar.

Sie hat schon diverse Motorradtouren durch Afrika hinter sich und sagt von sich selbst kein „Springchicken“ mehr zu sein ;-) . Vor acht Jahren ist sie hier am Kap hängen geblieben, liefert ihren süßen Hund „Jimmy“ hier immer bei Robbyn und Hannes in der DECO Lodge ab, wenn Sie auf Tour geht. Sie hat in Hamburg Modedesign studiert, amburgHarbeitet inzwischen in der Filmbranche und verantwortet u.a. die Kostüme für „Mission Impossible 4“, dafür geht es Ende August für 3 Monate an den Set nach Dubai.

Wir schnacken mit breitem norddeutschen Dialekt, ich erfrage die Besonderheiten von Südafrika, sie ist interessiert an meinen Erfahrungen und Eindrücke der Reise. Sie kennt zwar auch „Schrauber“, aber ob die innerhalb von zwei Tagen der Dicken und mir helfen können weiss sie auch nicht.

Morgen wissen wir mehr.

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