• 30.03.2010

Das Hostel ist ein kleines Horrorhaus…

und nicht wirklich viel funktioniert in diesem Gebäude. Das Einzige was ich hier irgendwie wirklich witzig finde ist Ali, der selbsternannte Manager. Ali ist eine Mischung aus jordanischem John Travolta und Caucho Marx von den Marx Brothers. Immerhin spricht er englisch und seine Lieblingsphrase ist „… to be honest my friend“

Ich weiss auch nicht warum ich nicht gleich wieder rückwaärts aus der Bude raus bin, es ist ja nur für zwei Nächte und zum pennen geht es, ich will hier ja nicht wohnen. Das wird auch der Hauptgrund für die anderen Hostelbesucher aus Norwegen, USA, etc sein….ich würde sagen diese Hostel polarisiert die backpacker zwischen Hardcore und Softie und wenn man 5.000km mit der Dicken sich nach Amman bewegt, dann kommt so ein Softiescheiss natürlich auch nicht stilsicher J rüber.

Wie gestern schon angedeutet, war heute mal sightseeing angesagt und ich habe dazu auf flickr, facebook schon diverse Bilder hochgeladen und dazu auch die Bringschuld von Damaskus erledigt, enjoy.

Morgens ging es downtown in die kleinen Gassen zum frühstück und zum entdecken, gab aber in downtown nicht viel zu sehen, was ich nicht schon in Damaskus gesehen hätte. Gleich um die Ecke vom Hostel liegt das römische Amphitheater.

Also rein in die Hütte, günstige 1 Dinar bezahlt und einige Fotos geschossen, schon beeindruckend, wie präzise das gebaut ist , wie gut die Akustik ist und das fast sämtliche Touristen das ähnliche Bewegungsmuster an den Tag legen. Die Touris haben einen Rechtsdrall.

Von der beschaulichen Kulisse aus hat man auch gleich einen ersten Blick auf den Hügel nehmen können, auf dem der Tempel des Herkules gestanden ist, mein nächstes Ziel. Um dort hinzukommen, bin ich einfach mit dem GPS kreuz & quer durch die kleinen Gassen im freestyle und stand dann erst Mal vor einer Abrisshäuserzeile.

Da ab ich mich irgendwie durchgemogelt und bin steil die Treppen rauf und irgendwann war das diese Befestigung zum hochklettern und schon hatte ich den „Hintereingang“ zum Tempel des Herkules erklommen…. Ok. War nicht ganz so spannend.

Bin einfach immer in Richtung des Hügels und weiter rauf und irgendwann war der Weg zu Ende und ich stand vor der Felswand, die aber nicht wirklich hoch und leicht zu erklimmen war.

Der Tempel des Herkules ist einfach nur die Ansammlung von einigen Säulenresten und Steinhaufen, nachträglich restaurierten Torbögen und einigen schönen Schildern, die in arabisch und englisch erklären, was schon mein Geschichtslehrer nicht vermocht hatte ;-)

Aber das Wetter ist super, sonnig und nicht zu warm, im Schatten ist ein Fleece durchaus sinnvoll und „Dr. Fleece“ hat natürlich immer einen dabei.Endlich kann ich mit Deutschland nachhiehen.

Nach der historischen Tour, die bis Nachmittag ging, hab ich endlich mal ein wirklich gutes Internetcafe gefunden, um all die Bilder und Videos der letzten Tagen ins Netz zu stellen, denn das Hostel sollte Wifi, Pool, etc. haben, aber niente, bada, nichts….

Als ich zurück komme steht die Dicke immer noch brav vor der Bruchbude von Hostel, aber an der Rezeption ist kleiner, na gut, dass ich immer meine wichtigsten Dinge mitnehme, meinen Schlüssel nie abgebe.

Ich gehe hoch in den zweiten Stock… Schock.  Meine Tür Sperrangelweit offen, was denn nur ? Ah Schlüsselbund steckt drin…roomservice ?

Den hab ich jetzt irgendwie für diese Chaosverhältnisse nicht erwartet, ist auch keiner, der Hiwi hat wohl irgendwie meine Toilette demoliert, jedenfalls bekomme ich jetzt einen Eimer zum spülen hingestellt. Ist jetzt nicht Alis Ernst, ist er doch… oh man.

Noch eine Nacht, dann lass ich diese Bruch hinter mir, es geht morgen nach Aqaba und ich habe mich dort für ein Hostel entscheiden, bei dem an auf dem Dach pennen kann, unter dem Sternenhimmel. Darauf freue ich mich, denn heute habe ich hier in Amman schon Vollmond genießen können, eben aus einem Geheimversteck von Ali noch drei Bierchen erstanden, diese Zeilen geschrieben und gleich ab in die Falle.

Ali hat sich mit Raki hier schon leicht abgeschossen und belästigt seine Freunde mit dem Handy, sehr sehr lustig. Ich versteh nicht viel außer „Salam“ aber ein betrunkender jordanischer John Travolta ist jetzt irgendwie schon komisch.

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